Was der Fehlzeiten Report 2025 für moderne Führung bedeutet

Was der Fehlzeiten Report 2025 für moderne Führung bedeutet

veröffentlicht am 24. Januar 2026

Fehlzeiten,- und Gesundheitsmanagement wird zum Erfolgsfaktor

Der Fehlzeiten Report 2025 zeigt eindrucksvoll, dass der Krankenstand weiterhin auf hohem Niveau bleibt, psychische Belastungen zunehmen und der digitale Wandel Teams vor neue Herausforderungen stellt. Hinzukommend vergleiche ich die Ergebnisse des Reports auch immer mit den Erfahrungen meiner täglichen Arbeit mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Und die zentrale Botschaft lautet:

Fehlzeiten und Gesundheitsmanagement sind längst keine Randthemen mehr. Sie sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor und Voraussetzung für Produktivität, Stabilität und Arbeitgeberattraktivität.

Steigende Fehlzeiten als dauerhafte Realität

Der Krankenstand in Deutschland im Jahr 2024 veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum und lag bei 6,5 % (2023: 6,6 %).

Der Trend der vergangenen Jahre bestätigt, dass Unternehmen dauerhaft mit höheren Fehlzeiten rechnen müssen. Diese Entwicklung ist nicht vorübergehend, sondern strukturell und bleibend. Besonders auffällig sind die steigenden Falldauern und der starke Anstieg von psychischen Erkrankungen.

Viele Beschäftigte berichten über chronischen Stress, kognitive Irritationen oder beruflich bedingte Beeinträchtigungen. Hinzu kommt eine nach wie vor hohe Zahl an Präsentismus. Bei der jüngsten Befragung gaben  23,8% an, in den zurückliegenden 12 Monaten mindestens einmal entgegen ärztlichen Rats gearbeitet zu haben. Zum Vorjahr sank der Wert um 4%. Es gibt viele verschiedene Studien hierzu und natürlich eine große Dunkelziffer. Jedoch gibt es unabhängig von der Erfassungsmethode hinweise darauf (Pronova BKK 2024), dass aktuell Mitarbeitende seltener krank zur Arbeit erscheinen. Das ist gut so, denn wer krank arbeitet, fällt später oft länger aus.

Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen, verursachten weit mehr als ein Drittel der Ausfalltage (39,9 % der AU-Tage). Ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen betrug jedoch nur 3,3 %.

Genau andersrum ist es bei Kurzzeiterkrankungen mit einer Dauer von ein bis drei Tagen. Deren Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen lag bei 37,2 %, jedoch gehen auf sie nur 7,1 % der gesamten AU-Tage zurück.

Weiterhin liegt der Krankenstand in den ostdeutschen Bundesländern mit 7,1 Prozent deutlich höher als in den westdeutschen mit 6,4 Prozent. Sachsen-Anhalt liegt hier an der traurigen Spitze mit 7,7% und Baden-Württemberg mit 6,0% am tiefsten Punkt.

Im Städtevergleich wird die Stadt Hagen mit durchschnittlich 29,9 Fehltagen (AU) je AOK-Mitglied an der Spitze und München mit 18,4  AU Tagen am geringsten aufgeführt.

Im Jahr 2024 waren 1,8% der AU Fälle auf Arbeitsunfälle zurückzuführen, was 4,6% der Arbeitsunfähigkeitstage entspricht. Dies variiert jedoch stark von der Tätigkeit. Spitzenreiter war das Baugewerbe mit 2.352 AU Tage (West) und 1.935 (Ost) je 1.000 AOK Mitglieder im Vergleich zu Banken/Versicherungen mit 262 (West) und 286 (Ost).

Psychische Gesundheit rückt in den Mittelpunkt

Die Trendstudie des Reports macht deutlich, dass die psychische Gesundheit von Beschäftigten eine zentrale Rolle spielt. Belastungen durch Arbeitsverdichtung, unsichere Umfelder, permanente Reizüberflutung und der Verlust klarer Grenzen zwischen Beruf und Privatleben wirken sich unmittelbar auf Motivation, Konzentration und Arbeitsfähigkeit aus. Seit 2014 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um +47 % zugenommen.

Unternehmen, die diese Entwicklungen ignorieren, riskieren eine wachsende Zahl an Ausfällen, sinkende Produktivität und eine schwächer werdende Bindung ihrer Mitarbeitenden.

Chancen und Risiken des digitalen Wandels

Die zunehmende Digitalisierung und der Einsatz von KI bieten neue Möglichkeiten und erzeugen gleichzeitig neue Belastungen. Längere Bildschirmzeiten führen zu neuen körperlichen Beschwerden und die Bewältigung der Informationsflut wirkt sich negativ auf die psychische Gesundheit aus. Das betrifft alle Funktionen und natürlich auch die Führungskräfte, in ihrer „Sandwichrolle“.

Gleichzeitig eröffnet KI die Chance, monotone Routinetätigkeiten zu reduzieren, Gesundheitsangebote zu personalisieren und Überlastungen früher zu erkennen. Voraussetzung dafür ist eine transparente und verantwortungsvolle Einführung, die Beschäftigte einbezieht und Qualifizierung zur Nutzung der neuen Möglichkeiten anbietet.

Was moderne Führung jetzt leisten muss

Aus den Erkenntnissen des Reports ergibt sich ein klarer Handlungsrahmen:

Führungskräfte benötigen Fehlzeiten,- und Gesundheitskompetenz, kommunikative Stärke und ein solides Verständnis für Belastungsfaktoren im Team.

1. Gesundheit sichtbar priorisieren

Teams orientieren sich an den Entscheidungen und dem Verhalten ihrer Führungskräfte. Wer selbst auf Pausen achtet und diese von seinen Mitarbeitenden verlangt, Erreichbarkeit begrenzt und wirklich krankheitsbedingte Auszeiten zu 100% akzeptiert, schafft Vertrauen und ein gesünderes Arbeitsumfeld.

2. Psychologische Sicherheit im Team fördern

Menschen benötigen Räume, in denen sie offen über Belastungen sprechen können. Des weiteren gehören eine offene Fehlerfreundlichkeit und transparente Kommunikation darüber zu den wichtigsten Voraussetzungen, damit Mitarbeitende frühzeitig Unterstützung suchen. Hier habe ich bei einem Kundenunternehmen ein tolles Beispiel gesehen, wie man bereits im Onboarding das Thema prozessual bearbeitet und somit von Tag 1 das Fundament für psychologische Sicherheit setzt. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich gerne bei mir melden.

3. Digitale Belastungen erkennen

Führungskräfte sollten digitale Auszeiten, ergonomische Arbeitsweisen und realistische Arbeitsmengen aktiv steuern und Status Quo nie als gegeben nehmen. Die Einführung neuer Technologien erfordert gezielte Qualifizierung und Monitoring, um Überforderung zu vermeiden.

4. Fehlzeitenmanagement modernisieren

Ein wirksames Fehlzeitenmanagement verbindet Datenanalyse, Kommunikation der Kennzahlenentwicklung, Enttabuisierung des Begriffes „Fehlzeiten“, klare Prozesse sowie Führungskompetenz. Konkret bedeutet dies:

✔️ Fehlzeiten wirklich verstehen statt Glaubenssätzen aufliegen

✔️ Kennzahlen richtig einordnen

✔️ Gespräche souverän und konsequent führen

✔️ Fehlzeiten aktiv managen statt auf gesetzliche Anpassungen oder positive Trends zu warten

Führung und Management entscheidet darüber, ob Menschen gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben.

Fazit

Der Fehlzeiten Report 2025 zeigt, wie eng Gesundheit, Führung und Beschäftigungsfähigkeit miteinander verknüpft sind. Unternehmen, welche die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden aktiv fördern, sichern nicht nur ihre Leistungsfähigkeit, sondern stärken ihre gesamte Organisation und Arbeitgeberattraktivität. Für Führung ist dies keine Wahlmöglichkeit mehr, sondern eine klare Notwendigkeit.

Und genau hier leisten mein Team und ich Unterstützung. Wir begleiten Unternehmen dabei, Fehlzeiten nachhaltig zu reduzieren, Führungskräfte zu stärken und Strukturen zu schaffen, die Menschen in ihrer Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig sichern und fördern. Kommt gerne auf uns zu.

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