Gallup Engagement Index 2025

Gallup Engagement Index 2025

veröffentlicht am 26. März 2026

Führung senkt Fehlzeiten. Nicht durch Druck, sondern durch Bindung.

Fehlzeiten werden in vielen Unternehmen noch immer zu eng betrachtet. Es wird über Krankmeldungen gesprochen, über AU-Quoten, Rückkehrgespräche und Kosten. Ja, das sind die klassischen Themen. Aber es greift zu kurz.

Wer Fehlzeiten wirklich reduzieren möchte, muss so Führen, dass Bindung entsteht.

Der Gallup Engagement Index Deutschland 2025 zeigt einen klaren Zusammenhang: Emotional hoch gebundene Mitarbeitende fehlten im Jahr 2025 im Schnitt 5,7 Tage. Beschäftigte ohne emotionale Bindung kamen auf 9,7 Tage. Das sind 70 Prozent mehr Fehlzeiten.

Die beste Medizin gegen Fehlzeiten ist Bindung.

Fehlzeiten sind oft ein Symptom, nicht die Ursache

Viele Unternehmen reagieren erst dann auf hohe Fehlzeiten, wenn man betriebswirtschaftlich unter Druck steht oder die Krankenquoten so angestiegen sind, dass man wirklich „etwas unternehmen sollte“. Dann werden Maßnahmen intensiviert, Prozesse angepasst und die Durchführung von Gesprächen forciert.

Die wichtigere Frage kommt oft zu spät: Wie erleben Mitarbeitende ihren Arbeitsalltag?

Genau hier liegt der Kern. Laut Gallup ist geringe oder fehlende emotionale Bindung häufig in erster Linie kein Zufriedenheitsproblem, sondern ein Führungsproblem. Viele Beschäftigte sind mit ihrem Arbeitgeber grundsätzlich zufrieden. Trotzdem bleibt ihre emotionale Bindung niedrig. Das zeigt: Gute Rahmenbedingungen allein reichen nicht. Entscheidend ist, wie Führung im Alltag erlebt wird.

Von den fünf möglichen Fehlzeitengründen, fehlen Menschen nur zweimal wegen einer medizinischen Diagnose. Sie fehlen häufiger dort, wo Klarheit fehlt, Wertschätzung ausbleibt, Betreuungskonzepte fehlen, Stärken ungenutzt bleiben und Führung nicht wirklich Orientierung gibt.

Gute Führung wirkt auf Gesundheit und Belastung

Der Zusammenhang zwischen Führung, Bindung und Gesundheit wird noch deutlicher beim Thema Stress. Insgesamt geben 19 Prozent der Beschäftigten an, sich bei der Arbeit immer oder häufig gestresst zu fühlen. Bei emotional hoch gebundenen Mitarbeitenden sind es nur 9 Prozent. Bei Beschäftigten ohne emotionale Bindung steigt dieser Wert auf 41 Prozent.

Das zeigt: Gute Führung entlastet und senkt Fluktuation. 

Wo Mitarbeitende sich gesehen fühlen, hilfreiches Feedback erhalten, ihre Stärken einsetzen können und wissen, was von ihnen erwartet wird, erleben sie ihre Arbeit sinnvoller, Halt gebend und weniger belastend. Genau deshalb ist Führung ein zentraler Hebel im Fehlzeitenmanagement.

Die direkte Führungskraft macht den Unterschied.

In Managementmeetings wird oft über die Unternehmenskultur gesprochen. Im Alltag erleben Mitarbeitende aber vor allem eines: ihre direkte Führungskraft.

Gallup beschreibt es sehr treffend:

Wer gute Führung im Kleinen erlebt, überträgt diese Erfahrung auf den Arbeitgeber als Ganzes. Die direkte Führungskraft wird damit zum Gesicht des Unternehmens.

Genau deshalb reduziert man seine Fehlzeiten nicht durch sauber ausformulierten Unternehmenswerten und Leitbildern, die schmückend an den Wänden hängen, sondern im Alltag. Im Ton eines Gesprächs. In der Verlässlichkeit von Absprachen. In der persönlichen Qualität von Feedback. In der Frage: Kann ich etwas für dich tun?

Wenn Menschen sich nicht gesehen, nicht eingebunden und nicht gefordert und gefördert fühlen, sinkt oft nicht zuerst die Leistung nach außen, sondern die innere Verbindung zur Arbeitsaufgaben, zum Vorgesetzten und zum Unternehmen. Und es beginnt der schleichende Rückzug sowie die Risiken der inneren Kündigung und natürlich vermeidbare Fehlzeiten.

Fehlzeiten kosten Geld. Schlechte Führung auch.

Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass nur 40 Prozent der Führungskräfte in den vergangenen zwölf Monaten ein Coaching zu ihrer Führungsaufgabe erhalten haben. Wer Führung erwartet, sie aber nicht entwickelt, produziert genau die Probleme, die später teuer werden.

Fazit: Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten

Wer Fehlzeiten nachhaltig senken will, sollte Führung nicht nur einfordern, sondern gezielt befähigen. Führungskräfte müssen darin trainiert werden und Sicherheit bekommen, dass sie Gespräche souverän führen und das Wissen haben, wie sie Mitarbeitende ganz individuell an das Unternehmen binden können.

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